Traditionelle bretonische Musik

Die Bretagne besitzt eine reiche und vielfältige Kultur. Wir lernen in erster Linie Melodien aus dem südlichen Finistère: die Region Bigouden, die Bucht von Douarnenez, das Cap Sizun. Hier ist die Musik besonders deutlich von der Nähe zum Atlantik geprägt: Die Küste ist wild, schroffe Felsen fallen steil in das oft aufgewühlte Meer ab. Die Fischerei und die Arbeit der Frauen, die oft Monate auf eine ungewisse Rückkehr ihrer Männer warten, haben ein reichhaltiges Repertoire an Liedern und Tänzen entstehen lassen.

Wir lernen ein Lied der Sardinenfischersfrauen aus Douarnenez, eine sehr schöne melancholische Melodie aus der Gegend um Pont l'Abbé und verschiedene Tanzmelodien. Zu den Tanzmelodien lernen wir auch die Tanzschritte, um den Rhythmus und die Phrasierung der Stücke zu verstehen.

Der Kurs richtet sich vor allem an Teilnehmer, die zur Harfe singen wollen. Sie können die Texte auch auf bretonisch lernen. Es ist aber auch möglich, nicht mitzusingen, und nur die Harfen-Partien zu lernen. Wir werden außerdem ein wenig an der Improvisation arbeiten, ausgehend von einem sehr schönen Gwerz (Klagelied), einer charakteristischen Musikform von den Küsten der Region Bigouden. Die bretonische Musik ist modal und eignet sich daher hervorragend für die keltische Harfe.

Cristine Mérienne

Cristine Mérienne gehört zu den Künstlern, die die keltische Harfe in den neunziger Jahren verbreitet haben. Entdeckt von Hervé Lemeur, dem Gründer der Plattenlabels Keltia Musique, bildete sie zusammen mit Elisa Vellia das Duo "Sedrenn" und erfand eine eigenen Stil, der heute noch als beispielhaft gilt.

Cristine hat in Paris bei Carolie Rempp Harfe gelernt. Ausgezeichnet mit dem "Prix d'Excellence", studierte sie traditionelle Musik bei Dominig Bouchaud in Quimper. Diese Ausbildung ergänzte sie durch Kurse bei bekannten Harfenspielern aus Schottland, Irland und Wales. Bei der Mission Bretonne in Paris lerne sie die bretonischen Tänze. 2004 erhielt Cristine einen Preis der SACEM (französisches Pendant der GEMA) als Liedermacherin und Komponistin. Sie schreibt französische Lieder und etabliert als erste die keltische Harfe in diesem Musikstil. Sie hat drei CDs veröffentlicht und wurde mit dem "Grand Prix du Disque du Télégramme" ausgezeichnet.

Ihre neueste CD "Maryann's Garden", aufgenommen von Ralf Kleemann, ist eine Art Anthologie der Stücke, die sie gerne für Freunde oder für sich spielt. Darauf finden sich einige seltene Schätze, bretonische und englische Lieder und ihre allererste Liedkomposition "Une sorte de valse".

Schwierigkeit

Zeitfenster

Kursschiene 2
(10:45–11:45 und 16:45–17:45)

Unterrichtssprache

deutsch / französisch

Musikbeispiele zur Selbsteinschätzung