Bal Folk auf der Harfe

In vielen Teilen Frankreichs ist die gesellige und vor Lebensfreude strahlende Tradition des Bal Folks und »bal traditionnel« bereits seit einigen Jahrzehnten wieder generationsübergreifender Bestandteil der Kultur. Auch in Deutschland gibt es viele Musiker und Tänzer, die sich von diesem Genre mitreißen lassen. Wir interpretieren in diesem Kurs Tanzmelodien aus Frankreich auf der Harfe. Ein regionaler Schwerpunkt liegt auf Zentralfrankreich.

Wir widmen uns den großen Fragen, die einem jeden Harfenisten sofort aufkommen, sobald man sich mit dieser Musik beschäftigt: Wie können wir eine Tanzmusik auf der Harfe spielen und zum Leben erwecken? Welche Möglichkeiten gibt es, um die Stücke tanzbar zu machen? Dabei befassen wir uns auch mit den rhythmischen und stilistischen Eigenheiten der jeweiligen Tänze. Ein weiteres Thema sind Verzierungen und Begleittechniken/Begleitmuster. Als maßgeblichen Quellen dienen uns alte Aufnahmen und Notensammlungen.

Die Harfe gehört – zumindest derzeit – noch zu den Exoten auf dem Tanzboden, dabei bietet unser Instrument zahlreiche Möglichkeiten, diese Musik zu interpretieren. Wir behandeln verschiedene Rollen, die die Harfe beim Spielen einnehmen kann: Solo oder in der Gruppe, Begleit- oder Melodieinstrument?

Wir spielen hauptsächlich nach Gehör. Noten werden bei Bedarf und am Ende des Kurses ausgeteilt. Eine Harfe mit Halbtonklappen ist von Vorteil, ansonsten muss ab und zu umgestimmt werden.

Daniela Heiderich

Daniela wuchs in Südhessen auf und entdeckte im Alter von 8 Jahren die Harfe, wenig später auch eine französische Dudelsackart, die »Cornemuse du Centre«. Zwischen 2008 und 2012 spielte sie mit der Gruppe »die Irrlichter« zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Auf Reisen nach Frankreich, Irland, Schweden und Deutschland, während derer die böhmische Harfe und der Dudelsack ständige Wegbegleiter waren, lernte sie die Musik dieser Länder kennen und lieben.

2012 führte sie die Musik nach Frankreich, wo sie sich im Studiengang für traditionelle Musik am Centre d'Etudes Supérieures de Musique et de Danse in Poitiers mit Repertoire und Kultur der Musik aus Zentralfrankreich beschäftigte. In diesem Zusammenhang begann sie auch, sich für Volksmusik, Spieltechniken und Stile im deutschsprachigen Raum zu interessieren. Sie steht im Austausch mit verschiedenen Harfenisten und anderen Musikern aus der Szene, beschäftigt sich mit alten Quellen und sucht selbst nach Spielarten und Klangfarben, die es erlauben, die Harfe in diesem Genre passend einzusetzen. Musikalisch ist sie seither viel zwischen Frankreich und Deutschland unterwegs und zieht ihre Einflüsse unter anderem aus diesen beiden Kulturen.

Daniela wirkt in verschiedenen Projekten traditioneller, alter und neuer Musik mit, unter anderem Arzian, Azeil und Myrias. Außerdem unterrichtet sie am Konservatorium in Limoges.

Schwierigkeit

Zeitfenster

Kursschiene 2
(10:45–11:45 und 16:45–17:45)
und
Kursschiene 3
(12:00–13:00 und 18:00–19:00)

Unterrichtssprache

deutsch

Musikbeispiele zur Selbsteinschätzung